Der Säule 3a Höchstabzug steigt per 1. Januar 2027 auf CHF 7’373 mit und CHF 36’864 ohne Pensionskasse. Wir zeigen die aktuellen Werte der direkten Bundessteuer auf einen Blick und erklären, was sie für Ihre Steuerplanung konkret bedeuten.
Säule 3a Höchstabzug: die Beträge 2022 bis 2027
Der Abzug für die gebundene Selbstvorsorge beträgt gemäss Eidgenössischer Steuerverwaltung (ESTV) in Franken:
| 2027 | 2026 | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mit 2. Säule | 7’373 | 7’258 | 7’258 | 7’056 | 7’056 | 6’883 |
| Ohne 2. Säule | 36’864 | 36’288 | 36’288 | 35’280 | 35’280 | 34’416 |
Die Höchstabzüge sind zugleich die massgebenden Einzahlungslimiten. Aufrunden ist nicht zulässig: Wer 2027 CHF 7’400 einzahlt, überschreitet die Limite. Ohne Pensionskasse gilt zusätzlich die Grenze von 20 Prozent des Erwerbseinkommens. Den Maximalbetrag von CHF 36’864 erreichen also nur Selbständigerwerbende mit entsprechend hohem Einkommen.
Neu: verpasste Jahre nachzahlen
Seit 2026 lassen sich Lücken in der Säule 3a nachträglich schliessen, allerdings erst für Beitragsjahre ab 2025 (Art. 7a BVV 3). Die wichtigsten Bedingungen: Im Jahr der Nachzahlung muss zuerst der ordentliche Maximalbetrag voll einbezahlt sein, und die Nachzahlung ist auf den «kleinen» Abzug des Jahres begrenzt, in dem sie erfolgt. Wer 2025 eine Lücke hinterlassen hat, kann 2027 also zusätzlich zum ordentlichen Beitrag von CHF 7’373 eine Nachzahlung leisten – zusammen bis zu CHF 14’746. Für KMU-Inhaberinnen und -Inhaber mit schwankenden Jahren ist das ein echter Hebel, den wir bei der Steuerplanung aktiv prüfen.
Zinssätze der direkten Bundessteuer
| in % | 2027 | 2026 | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vergütungszins | 0.0 | 0.0 | 0.75 | 1.25 | 0.0 | 0.0 |
| Verzugs-/Rückerstattungszins | 4.0 | 4.0 | 4.5 | 4.75 | 4.0 | 4.0 |
Bis Ende 2021 waren die Zinssätze in der Verordnung des EFD über Fälligkeit und Verzinsung der direkten Bundessteuer (SR 642.124) geregelt. Seit dem 1. Januar 2022 gilt die Verordnung des EFD über die Verzugs- und die Vergütungszinssätze auf Abgaben und Steuern (SR 631.014).
Was die Zahlen für Sie bedeuten
Der Vergütungszins liegt 2026 und 2027 bei null. Eine Vorauszahlung der Bundessteuer bringt damit keinen Zinsertrag mehr, anders als noch 2024 mit 1.25 Prozent. Der Verzugszins von 4 Prozent bleibt dagegen spürbar. Für KMU heisst das: Liquidität nicht vorschnell an die Steuerverwaltung abgeben, den Betrag aber konsequent zurückstellen und fristgerecht bezahlen. Wichtig ist auch die Unterscheidung zur Staats- und Gemeindesteuer: Die Kantone legen eigene Zinssätze fest, die von den Bundeswerten abweichen können.
Kalkulatorischer Zinssatz auf dem Eigenkapital
Der kalkulatorische Zinssatz auf dem Sicherheitseigenkapital entspricht gemäss Art. 25a bis Abs. 4 StHG der Rendite zehnjähriger Bundesobligationen am letzten Handelstag des Vorjahres (vgl. Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über den steuerlichen Abzug auf Eigenfinanzierung juristischer Personen, SR 642.142.2). Bei negativer Rendite beträgt er 0 Prozent.
| in % | 2026 | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kalkulatorischer Zinssatz | 0.333 | 0.317 | 0.656 | 1.565 | 0.0 | 0.0 |
Der Wert für 2027 steht erst nach dem letzten Handelstag 2026 fest. In der Praxis betrifft der Abzug auf Eigenfinanzierung nur juristische Personen in Kantonen, die ihn eingeführt haben. Für unsere Kundschaft in Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn und Aargau spielt er deshalb keine Rolle.
Häufige Fragen zur Säule 3a
Bis wann muss die Einzahlung für 2026 erfolgen?
Massgebend ist der Eingang bei der Vorsorgeeinrichtung bis Ende Dezember. Viele Banken setzen einen früheren Annahmeschluss, deshalb empfehlen wir, spätestens Mitte Dezember zu überweisen.
Lohnt sich eine Nachzahlung für 2025?
Das hängt vom Grenzsteuersatz ab. Je höher das steuerbare Einkommen im Jahr der Nachzahlung, desto grösser die Ersparnis. In Jahren mit tiefem Einkommen kann es sinnvoller sein, die Nachzahlung zu verschieben, solange die Zehnjahresfrist es erlaubt.
Ich bin selbständig und habe eine Pensionskasse. Welcher Betrag gilt?
Sobald Sie einer Pensionskasse angeschlossen sind, gilt der kleine Abzug von CHF 7’373 (2027), unabhängig von Ihrer Rechtsform.
Unsere Einschätzung
Die Erhöhung um CHF 115 ist kein Grund für hektische Anpassungen, sondern eine Erinnerung, den Dauerauftrag per Januar nachzuführen. Die eigentliche Neuerung ist die Nachzahlungsmöglichkeit: Sie verändert die Steuerplanung grundlegend, weil Einzahlungen nicht mehr zwingend im selben Jahr erfolgen müssen. Wir sehen in unserer Beratungspraxis, dass gerade KMU-Inhaber, Selbständige und Paare mit Erwerbsunterbrüchen davon profitieren, sofern jemand die Lücken sauber dokumentiert und den richtigen Zeitpunkt wählt. Welche weiteren Anpassungen bei der Bundessteuer 2027 gelten, zeigen wir im Beitrag zur kalten Progression 2027. Bei den Zinssätzen ist unsere Haltung klar: Bei 0 Prozent Vergütungszins lohnt sich eine frühe Vorauszahlung der Bundessteuer nicht. Im Rahmen unserer Steuererklärung für Privatpersonen und der Treuhand für Unternehmen stimmen wir Vorauszahlungen, 3a-Einzahlungen und Rückstellungen deshalb jeweils gemeinsam ab.
Haben Sie in den letzten zwei Jahren den 3a-Maximalbetrag nicht ausgeschöpft? In einem 15-minütigen Gespräch zeigen wir Ihnen, ob sich eine Nachzahlung lohnt und in welchem Jahr sie Ihnen am meisten Steuern spart.