Ein Hagelschauer dauert oft nur wenige Minuten – reicht aber aus, um Storen massiv zu beschädigen. Mit dem System «Hagelschutz – einfach automatisch» der Kantonalen Gebäudeversicherungen lässt sich dieses Risiko weitgehend vermeiden, ganz ohne dass jemand selbst aktiv werden muss. Wir haben entsprechende Projekte bereits gemeinsam mit der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) und Loxone-Partnerbetrieben umgesetzt und kennen die Stolpersteine aus der Praxis.
Warum Storen bei Hagel besonders gefährdet sind
Storen und Sonnenschutzsysteme zählen zu den empfindlichsten Bauteilen an einem Gebäude. Schon Hagelkörner ab 1,5 cm Durchmesser können sie beschädigen, während moderne Fenster und Fensterrahmen deutlich robuster sind. Am stärksten betroffen sind Lamellenstoren, aber auch normale Rollstoren und Sonnenstoren (Markisen) tragen bei Hagelschlag häufig Schäden davon. Der Vorteil gegenüber anderen Fassadenteilen: Sie lassen sich rechtzeitig aus der Gefahrenzone bringen – vorausgesetzt, die Warnung kommt früh genug und jemand reagiert. Genau hier setzt das automatische System an.
Voraussetzung: elektrisch betriebene Storen
Wichtig vorweg: Das System funktioniert bei allen elektrisch bzw. motorisiert betriebenen Storenarten – also Lamellenstoren, normalen Rollstoren und Sonnenstoren gleichermassen. Entscheidend ist einzig, dass eine elektronische Steuerung vorhanden ist. Bei manuell bedienten Storen lässt sich kein automatisches Hochfahren realisieren – hier bleibt nur die Eigenverantwortung, rechtzeitig selbst zu reagieren.
So funktioniert «Hagelschutz – einfach automatisch»
Die Kantonalen Gebäudeversicherungen haben gemeinsam mit SRF Meteo und NetIT Services ein Warnsystem entwickelt, das die Hagelprognose laufend abruft und bei akuter Gefahr direkt mit der Storensteuerung kommuniziert. Sobald die Hagelwahrscheinlichkeit einen Schwellenwert von 5 Prozent überschreitet, fahren die Storen automatisch hoch – rund 15 bis 20 Minuten bevor der Hagel eintrifft. Ist die Gefahr vorüber, gibt ein zweites Signal die Storen wieder frei, und sie kehren in ihre vordefinierte Position zurück.
Technisch stehen zwei Wege offen: entweder über eine dedizierte Steuerbox, die sich an die bestehende Storensteuerung anschliessen lässt, oder über eine direkte Anbindung via REST-Schnittstelle, sofern die Gebäudesteuerung dies unterstützt. Nach der Installation erhalten Eigentümerschaften zudem Zugriff auf eine Online-Plattform, auf der sich Hagelwarnungen in Echtzeit verfolgen und vergangene Alarme statistisch auswerten lassen.
Integration in KNX- und Loxone-Smart-Home-Systeme
Besonders interessant für Gebäude mit moderner Haustechnik: Das Hagelwarnsignal lässt sich auch in bestehende KNX– oder Loxone-Smart-Home-Systeme einbinden. Über die offene Schnittstelle empfängt die Gebäudesteuerung das Signal direkt und steuert sämtliche angeschlossenen Storen entsprechend, ohne dass eine zusätzliche Steuerbox nötig ist. Für Eigentümerschaften mit einer bereits vorhandenen Smart-Home-Lösung bedeutet das: Der Hagelschutz lässt sich mit überschaubarem Aufwand nachrüsten, weil die Steuerungslogik ohnehin schon vorhanden ist.
Wir haben diese Integration in mehreren Projekten gemeinsam mit Loxone-Partnerbetrieben und in Abstimmung mit der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung bereits umgesetzt. Aus dieser Erfahrung wissen wir, worauf bei der Konfiguration zu achten ist und wie sich die Lösung sauber in bestehende Steuerungen einbinden lässt – unabhängig davon, ob es sich um Lamellenstoren, Rollstoren oder Markisen handelt.
Besonders relevant für Stockwerkeigentum
Ursprünglich für grössere Industrie- und Geschäftsgebäude konzipiert, lässt sich das System auch bei kleineren Liegenschaften und in Stockwerkeigentümergemeinschaften einsetzen. Dabei gilt es, ein paar Besonderheiten zu berücksichtigen:
- Der Einsatz setzt voraus, dass die Liegenschaft bereits über elektrisch betriebene Storen verfügt, gleich welcher Art. Bei einer Sanierung oder einem Ersatz der Storenanlage lohnt es sich deshalb, gleich auf eine hagelschutzfähige Steuerung zu setzen.
- Pro Hagelsaison (Mai bis Oktober) ist mit durchschnittlich 2 bis 12 Alarmen zu rechnen, in hagelgefährdeten Regionen können es auch mehr sein.
- Während eines Alarms lassen sich die Storen nicht manuell bedienen – das dient dazu, sie bei mehreren Warnungen kurz hintereinander nicht ständig hoch- und herunterzufahren.
- Die Warnintervalle sind schweizweit einheitlich und nicht regional anpassbar. Das ist bewusst so gewählt, damit die Trefferquote von rund 90 Prozent erhalten bleibt.
- Die Eigentümerschaft ist verpflichtet, jährlich einen Testlauf durchzuführen. Bei Stockwerkeigentum empfiehlt es sich, diese Aufgabe klar der Verwaltung oder einer verantwortlichen Person zuzuweisen, damit sie zuverlässig erfolgt.
Für eine Eigentümergemeinschaft bedeutet das: gelegentliche Umstände durch Fehlalarme, aber ein spürbar geringeres Risiko für kostspielige Hagelschäden an der gesamten Fassade.
Was das System kostet
Das Hagelwarnsignal selbst ist für alle Anwender kostenlos, finanziert durch die Kantonalen Gebäudeversicherungen. Die Installationskosten für die Steuerbox beziehungsweise die Programmierung bei Smart-Home-Systemen übernimmt die Gebäudeversicherung. Für die Eigentümerschaft fallen damit in der Regel nur die laufenden Kosten für Internetverbindung und Stromverbrauch der Steuerbox an – rund drei bis vier Franken pro Jahr.
Im Gegenzug ist die Eigentümerschaft verpflichtet, einmal jährlich einen Testlauf des Systems durchzuführen, um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen. Diese Pflicht lohnt sich, gleich in die jährliche Unterhaltsplanung der Liegenschaft aufzunehmen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät.
Unsere Einschätzung als Verwaltung
Für Stockwerkeigentümergemeinschaften mit bereits elektrisch betriebenen Storen – ob Lamellenstoren, Rollstoren oder Markisen – und bestehender Storensteuerung oder Smart-Home-System ist der automatische Hagelschutz eine naheliegende, kostengünstige Massnahme zur Werterhaltung der Liegenschaft. Fehlt die Motorisierung noch, lohnt sich die Kombination mit einer ohnehin anstehenden Storensanierung – wir beraten dazu gerne im Rahmen der Erneuerungsplanung. Als Verwaltung prüfen wir für unsere Kunden, ob die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, koordinieren die Umsetzung mit spezialisierten Loxone- oder KNX-Partnerbetrieben, klären die Kostenübernahme durch die kantonale Gebäudeversicherung ab und sorgen dafür, dass der jährliche Testlauf im Unterhaltsplan der Liegenschaft berücksichtigt wird.
Möchten Sie wissen, ob sich der automatische Hagelschutz für Ihre Liegenschaft eignet? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit uns – wir prüfen die Voraussetzungen und begleiten Sie durch den ganzen Prozess, von der Abklärung bis zur Umsetzung mit unseren erfahrenen Partnerbetrieben.